Alles und Nichts

Zwischen Ethik und Quote

Posted in Medien by sebastianbauer on November 14, 2008

Amstetten ist überall – Journalismus zwischen Ethik und Quote” war heute das Thema beim JournalistInnenforum des Steirischen Presseclubs. Als Gäste diskutierten Dr. Wolfgang Wladkowski, Richter am Straflandesgericht und ehemaliger Medienrichter, Wolfgang Höllrigl, Chronik-Chef der Tageszeitung Österreich, und Helmut Griess, langjährige Leitfigur des steirischen Journalismus.

Höllrigl sorgte gleich am Anfang für Aufsehen als er sagte, dass sich “Österreich” meistens an die Gesetze halte und er nicht einmal wisse, wann die Namen von betroffenen Personen veröffentlich werden dürften und wann nicht.

Griess bemerkte, dass der schrankenlose Kapitalismus, der keine Ethik kenne, nun auch die Medien erreicht hätte und diese nur mehr am Profit gemessen werden würden. Außerdem stellte er fest: “Was vor Jahren in News noch aufgeregt hat, ist heute schon fast seriös, vor allem seit es Österreich gibt.”

Wladkowski hielt sich, wie im Verlauf des ganzen Abends, eher zurück.

Die restliche Diskussion spielte sich zum Großteil zwischen Höllrigl und dem Publikum ab, manchmal brachte sich Griess ein, selten Wladkowski.  Ersterer brachte zum Teil interessante Infos, wie z.B. dass er einer Familienangehörigen des Herrn F. € 3.500,- für ein Interview bezahlt habe und dass diese Summe gewissermaßen ein Richtwert für solche Fälle sei. Eine Grundanständigkeit habe er außerdem schon, aber er sei eben Boulevardjournalist. Und nicht auf alles stolz, was er mache.

Dass in Österreich morgen ein Artikel über die Anklageschrift des Herrn F. erscheine, amüsierte Wladkowski gewissermaßen, da diese noch gar nicht veröffentlicht sei. Von wem er die Anklageschrift hat, wollte Höllrigl aber nicht bekanntgeben.

Zum Abschluss forderte Wladkowski zwar keinen neuen Gesetze den Opferschutz betreffend, aber eine strengere, und vor allem österreichweit einheitliche Rechtsprechung. Auf die Frage, wie viele Anklagen es gegen Österreich seit der Gründung gegeben habe und wie viele durchgekommen seien, antwortete Höllrigl: “Die Freisprüche sind überschaubar.”


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