Alles und Nichts

Im Freibad 2.0

Posted in Freizeit, Web 2.0 by sebastianbauer on Juni 24, 2008

Freibad 2.0“Der Chris is’ so arg, der hat letztes Wochenende was mit der Steffi gehabt und am Wochenende davor mit der Isi und er war so ang’soffen jedes Mal”, hat heute ein ca. 15-jähriges Mädchen lautstark im Margaretenbad in Graz verkündet.

Wenn man nichts tut, außer in der Sonne zu liegen, werden einem Details aus den Privatleben verschiedener Menschen zugetragen, die man eigentlich gar nicht so genau wissen will. Oder überhaupt nicht, auch nicht ungenau. Angefangen bei Shopping-Gewohnheiten über verschiedene Musikgeschmäcker bis hin zur Bewertung von Personen mittels “Geilheitsskala” von 1 bis 10 ist da alles dabei.

Über Web 2.0 wird ja gesagt, dass die Teilnehmer darin ihr Privatleben völlig offen legen. Irgendwie kommt mir aber vor, dass das im Freibad 2.0 auch so ist.

Wer was erlebt hat, kann man in unzähligen Blogs nachlesen, wer gerade welche Band hört, kann man auf LastFM und Leute mittels einer Skala bewerten kann man nicht nur in diversen Communities, es gibt sogar eigene Seiten dafür.

Im Freibad 2.0 wird über Fotos erzählt, auf denen Personen in allen möglichen und unmöglichen Lebenslagen zu sehen sind, was dann etwa mit FlickR vergleichbar ist. Über privateste Familienprobleme hab zumindest ich im Web noch nicht allzuviel gefunden (allerdings hab ich auch nicht gesucht)… im Freibad 2.0 erfährt man auch darüber so einiges!

Außerdem muss man im Web 2.0 nach den entsprechenden Blogs etc. suchen, im Freibad 2.0 bekommt man diese Informationen völlig ohne Anstrengung, beim Chillen sozusagen…

Ich bin mir also nicht sicher, ob das Web 2.0 der Auslöser für die Veröffentlichung von privaten Details ist. Menschen haben anscheinend prinzipiell das Bedürfnis ihr Privatleben mit Unbekannten zu teilen… das Web 2.0 scheint nur die neueste Möglichkeit dafür zu sein…

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