Alles und Nichts

Aufdecker braucht das Land

Posted in Medien, Studium by sebastianbauer on Dezember 14, 2008

Günter Wallraff ist wohl der bekannteste investigative Journalist im deutschsprachigen Raum. Seit den 60er-Jahren deckt er in verschiedensten Unternehmen Missstände auf, als Hans Esser auch in der eigenen Branche bei der Bild-Zeitung. Vor einigen Monaten hat er sich in eine Lidl-Bäckerei eingeschleust und über die menschenverachtenden Arbeitsbedingungen dort berichtet.

In einem Interview in den Salzburger Nachrichten vom 13. Dezember 2008 erzählt Wallraff von seiner Anstellung in dieser Bäckerei, wie er zu seinen Geschichten kommt und wie es ihm gelingt, neue Identitäten anzunehmen. Das nächste Mal wird er zwischen Weihnachten und Neujahr aufdecken.

Da die SN online leider nur den Beginn des Interviews veröffentlicht, kann man dort folgende Aussage nicht nachlesen:

„Ein Aufdecker wäre auch in Österreich überfällig, gerade in Branchen wie dem Reinigungsgewerbe, in der Gastronomie und in Call-Centers. Da wurde mir von erschreckenden Zuständen berichtet.“

Prinzipiell werden Jobchancen im Journalismus ja als mehr oder weniger nicht existent dargestellt. Umso erfreulicher, dass in einem so spannenden Bereich Handlungsbedarf herrscht. Vielleicht hat ja der eine oder andere Kollege im Sommer noch nichts vor…

FH vs. Uni

Posted in Studium by sebastianbauer on November 4, 2008

Kürzlich hat mir eine Freundin und BWL-Studentin erzählt, in welchem Unternehmen sie nach dem Studium einmal arbeiten werde.“Passt, und ich bin dann euer Pressesprecher!“, hab ich kurzerhand, nicht ganz ernst gemeint, geantwortet. „Nein, geht nicht, die nehmen nur Leute von der Uni.“

FH-Studenten werden von Kollegen, die ein „richtiges“ Studium an einer Uni machen, ja des öfteren belächelt. Zu wenig Theorie sei der Grund dafür. Oder dass diese zu vereinfacht sei. Und dass es nichts Praktischeres als eine gute Theorie gebe, weiß man ja spätestens seit Kurt Lewin (1890-1947).

Allerdings würde ich sagen, dass eine gute Theorie und deren Umsetzung vielleicht noch praktischer sind. Ich will Lewin hier keinesfalls in Frage stellen oder widerlegen, er hat sich dazu mit Sicherheit gründlichere Gedanken gemacht als ich. Aber schließlich kommt es im Berufsleben ja auch auf die Umsetzung des angeeigneten Wissens an. Und an einer FH lernt man neben der guten Theorie (wenn sich auch vereinfacht sein mag, heißt das ja nicht, dass sie gezwungenermaßen schlecht sein muss) genau das eben schon während der Studienzeit.

Vielleicht ist diese Minderschätzung solcher Studiengänge aber auf den österreichischen Raum beschränkt. Oder den deutschsprachigen. An der ESC Troyes in Frankreich zahlt man beispielsweise für einen Bachelor-Studiengang rund 5000€ Studiengebühren pro Jahr, für einen Master-Studiengang sogar über 6000€. Die dort angebotenen Studien sind ähnlich konzipiert wie österreichische FH-Studien, die Absolventen werden aber höher eingeschätzt als die von einer Uni.

Natürlich will ich hier Universitätsstudien nicht schlecht machen. Sind sie ja auch nicht. Aber ein bisschen mehr Anerkennung von FH-Studien wäre wünschenswert. Weniger unter den Uni-Studenten als unter zukünftigen Arbeitgebern. Zumindest die, die FH-Absolventen für schlechter ausgebildet halten, sollten dringend vom Gegenteil überzeugt werden.

Schneller lesen

Posted in Freizeit, Literatur, Studium by sebastianbauer on September 18, 2008

Nachdem ich in den letzten Wochen, eigentlich fast schon Monaten, nur sehr selten Zugang zum Web gehabt hab, hab ich meine Zeit mit anderen Dingen verbracht. Unter anderem mit lesen.

Angefangen hab ich mit dem Nachholen von Pflichtliteratur, mittlerweile bin ich schon bei der empfohlenen Literatur, genauer gesagt bei Speed Reading von Tony Buzan. Kann ja für einem Studium wie meines recht nützlich sein, etwas schneller zu lesen. Und siehe da, bereits nach 6 von vielen Kapiteln hab ich meine Lesegeschwindigkeit um grob überschlagene 65% Prozent verbessern können. Auch wenn mein Ausgangswert relativ schwach war. Leider.

Vor Beginn der Lektüre hat mich eine Diskussion mit einer Studienkollegin kurz an der Sinnhaftigkeit von Speed Reading zweifeln lassen, da wir vermutet haben, dass der Speed Reader nur mehr scannt und darunter eventuell das Textverständnis leiden könnte. Das ist aber überhaupt nicht so, zumindest in dem Lesestadium in dem ich mich jetzt befinde. Von anfänglichen 73% Textverständnis bin ich mit (grob überschlagenen) 65% mehr Geschwindigkeit auch zu einer Verständnissteigerung von 20% gekommen.

Was das Buch zudem interessant macht, sind viele Infos über Augen und Gehirn, wie sie zusammenspielen und auch sonst so einiges. Welche Leistungen die Augen zu bringen im Stande sind, ist wirklich erstaunlich. Bis jetzt hat mich am meisten beeindruckt, dass man bis zu sechsstellige Zahlen nach nur wenigen Sekundenbruchteilen erkennen und sich merken kann.

Zurück zu den Gedanken über das Scannen. Es sieht nach sieben Kapiteln tatsächlich so aus, als ob es in diese Richtung gehen würde. Keine Ahnung aber, ob darunter wirklich das Textverständnis leidet. Und wenn dem so sein sollte, kann ich ja immer noch die kommenden Kapitel vergessen…

Die vorlesungsfreie Zeit

Posted in Freizeit, Studium by sebastianbauer on Juni 27, 2008

Das ersten zwei Semester sind nun fast vorbei und somit auch mein erstes Jahr als „Journalismus und Unternehmenskommunikation„-Student an der FH Joanneum Graz.

Fast vorbei deshalb, weil wir die Noten noch nicht bekommen haben und weil mir noch die Prüfung aus Medienrezeption fehlt. Die wird am Beginn des Wintersemesters 2008 nachgeholt. Sollte aber kein gravierendes Problem darstellen. Und nach dieser Prüfung bin ich dann quasi 1/4 Mag. (FH). 😀

Als kurzes Résumé kann ich sagen, dass ich eigentlich recht zufrieden bin, zumindest mit einem Großteil der Lehrenden und dem von ihnen vermittelten Wissen. Und mit meinen Studienkollegen komm ich sowieso wunderbar aus.

Die Kulturhauptstadt 2003 ist auch nicht zu verachten, massig Studenten und dementsprechend viele coole Locations zum Fortgehen.

Also alles in allem bin ich echt zufrieden, dass ich mich für dieses Studium in dieser Stadt entschieden hab. Das einzige, was ein bisschen nervt, ist die schlechte Zugverbindung nach Salzburg. Aber von den ÖBB ist man das ja ohnehin gewohnt. 😉

Jetzt stehen auf jeden Fall einmal gute 3 Monate Ferien, oder „vorlesungsfrei Zeit“, wie manche Leute zu sagen pflegen, bevor. Und die werd ich voraussichtlich hauptsächlich in Frankreich verbringen. (Detail am Rande: Die Franzosen sind bei der EM in ihrer Gruppe Letzte geworden, wir immerhin Dritte. 🙂 )

In diesem Sinne: Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich!!