Alles und Nichts

Chaos beim ORF

Posted in Medien, Politik, Sport by sebastianbauer on Oktober 11, 2008

Was für ein Tag für den ORF. Um 17:00 hätte auf ORF1 die Übertragung des Fußballländerspiels der Färöer Inseln gegen Österreich starten sollen. Stattdessen zuerst Tennis aus Wien. Nach wenigen Minuten eine kurze Stellungnahme aus dem Studio, wonach die Satellitenübertragung nicht funktioniere. Also die logische Folge: Werbung.

Umschalten auf ORF2 zur ZIB um 5. Nach einem dreisten Schnitt, bei dem Tarek Leitner sich selbst antwortet (10:07), gibt Susanne Riess-Passer, ausgewiesen als „ehem. Bundeskanzlerin, FPÖ“, ihr Statement zum tragischen Unfalltot Jörg Haiders ab. Das ganze nach 10:36 min, nachzusehen hier.

Auf ORF1 immer noch kein bewegtes Bild, dafür hat eine Radioübertragung aus Torshavn begonnen. Mit Thomas König als Kommentator. Im Insert weist der ORF die Schuld von sich, zu Beginn zwar sehr bestimmt, aber nur zweizeilig. In der zweiten Hälfte füllt das Insert bereits fast das ganze Standbild aus und wirkt irgendwie trotzig.

Nach Spielende analysiert Herbert „Schneckerl“ Prohaska das Match. Zwar nur kurz, aber trotzdem hab ich mich gefragt, wie macht er das? Er hat das Spiel ja nicht gesehen (Live-Stream hat es nämlich auch keinen gegeben). Und dem Kommentar Königs war wahrlich nicht viel zu entnehmen.

Was mir noch aufgefallen ist… in allen Medien, die ich heute verfolgt hab, ist das Wort Alkohol im Zusammenhang mit Haider kein einziges Mal gefallen…


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Warum man die Schuhe ausziehen muss

Posted in Sicherheit, Urlaub by sebastianbauer on Oktober 1, 2008

Ich bin ja in letzter Zeit ein paar mal geflogen. Dabei ist mir aufgefallen, dass man im Fall einer Notlandung die Schuhe ausziehen muss. Oder, dem Bild auf der Karte mit den Sicherheitshinweisen an Bord nach zu schließen, zumindest Stöckelschuhe und Herrenschuhe. Warum war mir im ersten Moment nur nicht klar. Der einzige Erklärung, zu der ich nach einigem Überlegen gekommen bin, war diese: Bei einer Notlandung im Wasser werden die Schuhe mit der Zeit schwer und ziehen einen beim Schwimmen nach unten.

Zugegebenermaßen nicht der Weisheit letzter Schluss. Also hab ich kurzerhand ein E-Mail an die AUA und FlyNiki geschickt und nachgefragt, warum das so ist. Überraschender- und erfreulicherweise hab ich am nächsten Werktag gleich in der Früh beide Antworten bekommen.

Um 09:27 hat FlyNiki geantwortet, dass man mit Schuhen die Notrutsche beschädigen könne, was eine weitere Rettung unmöglich mache.
Um 10:47 hat die AUA geantwortet, dass man damit Bein- und Knöchelbrüche beim Abfangen des Rutschens über die Notrutsche zu verhindern versuche.

Zwei unterschiedliche Antworten. Zeit also, um eine dritte Meinung hinzuzuziehen. Die von der Lufthansa. Am zweiten Werktag nach der Anfrage um 13:51 die Antwort. Es sei eine Maßnahme um sowohl Verletzungen vorzubeugen als auch um die Notrutsche nicht zu beschädigen.

Weiß ich das jetzt also auch… Hier noch die Antworten im Original.

Sanja Jovanovic (FlyNiki): Man könnte die Notrutsche mit den Schuhen beschädigen und eine weitere Rettung wäre unmöglich. Aus diesem Grund müssen Schuhe, spitze Gegenstände vor der Evakuierung entfernt werden.

Michael Braun (AUA): Ihre Aussage „es ist verboten, bei Unfällen u.a. das Flugzeug mit Schuhen zu verlassen“ stimmt nicht ganz sondern trifft nur auf das Verlassen des Flugzeuges über die Notrutschen zu. Weiters betrifft es nicht alle Schuhe generell, sondern nur solche mit hohen oder spitzen Absätzen.

Steht vor der Landung genug Zeit zur Verfügung, entscheiden die Flugbegleiter von Passagier zu Passagier, ob das Tragen der Schuhe gestattet ist. Dies geschieht im Interesse der Gesundheit der Passagiere, daher müssen diese Anweisungen auch dringend befolgt werden. Wesentlich ist, dass die Passagiere die Rutschgeschwindigkeit am Ende der Rutsche, also beim ankommen am Boden, mit den Beinen abfangen können.
Trägt man spitze Absätze oder „Stilettos“, ist die Gefahr des Bein- oder Knöchelbruchs gegeben. Dies wiederum würde die weitere Evakuierung der nachfolgenden Passagiere beeinträchtigen.

Es spricht nichts dagegen, die Schuhe mitzunehmen, indem man sie beispielsweise während der Rutschphase am Schoß hält und erst danach, in sicherer Entfernung zum Flugzeug, wieder anzieht.

Andreas Becker (Lufthansa): Aus sicherheitstechnischen Gründen und eventueller Verletzungsgefahr bei dem Verlassen des Flugzeuges darf das Flugzeug bei einem Flugzeugunfall nicht mit Schuhen verlassen werden (z.B. Verletzungsgefahr durch spitze Absätze bzw. Gefahr der Beschädigung der Notrutsche beim Ausstieg durch spitze Absätze ).